Erbrecht

In Deutschland wurden in der Nachkriegszeit große Vermögenswerte geschaffen. Gerade die Schaffung von Wohnungseigentum führte zu einer Schaffung von Vermögenswerten in allen Gesellschaftsschichten. In vielen Erbfällen gibt es nur wenige große Vermögenswerte, die beim Tod des Erblassers auf mehrere Personen fallen. Das Vermögen ist oft gebunden. Nicht selten kommt es bei der Aufteilung und Verwertung zu Streitigkeiten. Kostspielige Auseinandersetzungen in Erbengemeinschaften und Vernichtung von Vermögenswerten sind an der Tagesordnung. Solche Situationen ließen sich durch eine vorausschauende Gestaltung der Erbfolge vermeiden.

Vorsicht vor den gesetzlichen Regelungen zur Erbfolge!

Das Gesetz stellt Instrumentarien wie z.B. Testamente, Erbverträge, Vermächtnisse oder Schenkungen zu Lebzeiten zur Verfügung, wodurch der Erblasser die Übertragung seines Vermögens nach seinem Willen planen und verfügen kann. Gerade in den Fällen, in denen, Wohnungseigentum auf mehrere Erben, ein Betrieb oder Unternehmenswerte zu übertragen sind, ist eine sorgfältige Gestaltung der Vermögensübertragung zwingend erforderlich. Wieso sollte man sich bei Eintritt des Todes auf die gesetzliche Erbfolge verlassen, wenn diese vielleicht den konkreten, eigenen Erbfall gar nicht regelt? Die gesetzliche Erbfolge ist vielleicht gar nicht gewollt. Gegebenenfalls will man einen der gesetzlichen Erben nur mit einem Pflichtteil ausstatten. Das muss gestaltet werden. Gesetze können nie die Besonderheit eines Einzelfalls regeln. Ein kostspieliger Erbstreit ist meistens vorprogrammiert.

Nutzen Sie die Gestaltungsmöglichkeiten bei der Vermögensübertragung!

Manchmal ist es auch erforderlich und sinnvoll eine Testamentsvollstreckung oder eine Nachlassverwaltung anzuordnen, da z.B. die Erben allein nicht in der Lage sind, nach Eintritt des Erbfalles die Geschäfte eines Betriebes weiterzuführen. Der Tod kommt plötzlich. Es ist dann wichtig, wenn z.B. eine Person des Vertrauens des Erblassers oder ein erfahrener Rechtsanwalt sich um die Sicherung und Verteilung der Vermögenswerte kümmert.

Es kann Fälle geben, in denen es sinnvoll ist, einen Betrieb aufgrund von besonderen Qualifikationen nur auf einen Erben zu übertragen. Andererseits will man die anderen Erben nicht übergehen. Dies macht eine Gestaltung der Erbfolge bereits zu Lebzeiten, gemeinsam mit einem spezialisierten und erfahrenen Rechtsanwalt erforderlich. Dieser kann, gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit Ihrem Steuerberater oder Vermögensverwalter die Übertragung planen. Ein Notar allein reicht hierzu nicht. Dieser ist nicht dazu berufen, im Interesse des Erblassers zu beraten.

Es gibt auch Situationen, in denen Erblasser einen Erben sozusagen Enterben wollen. Das deutsche Gesetz sieht in solchen Fällen für den Enterbten den sog. Pflichtteil vor. Es ist nicht möglich, durch z.B. Testament dem Enterbten den Pflichtteil zu entziehen. Nur in sehr seltenen Ausnahmefällen können Personen aus der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen werden.

Der Pflichtteil wird aus dem Wert des gesetzlichen Erbteils berechnet. Nicht selten kommt es bereits bei der Ermittlung der Höhe des Pflichtteils zu Streit mit den Erben. Gerichtliche Auseinander zwischen Erben und Pflichtteilsberechtigte gibt es häufig.

In den letzten Jahren haben in Deutschland viele Ehepaare ein Eigenheim gebaut. Stirbt einer der Ehepartner, bilden die Erben eine sog. Erbengemeinschaft. Einigen sich die Erben in der Erbengemeinschaft nicht über die Verwendung der Immobilie, so kann dies zu einer Zwangsversteigerung des mühsam erschaffenen Eigenheims führen. Nicht selten bleiben nur noch Schulden übrig, die es unter den Erben zu verteilen gilt. In der Regel ist eine Erbausschlagung dann nicht mehr möglich.

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